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Personenregister des Kirchspiels Bremen von 1736

Genealogische Quellen


Manfred KAISER, 04.01.2026


"Bausteine zu einer Geschichte des Kirchspiels Bremen" ist eine Veröffentlichung aus dem Jahr 1934 von dem Bremer Pfarrer August DINKLOH. Im Vorwort beschreibt er, dass der Inhalt eine möglichst wortgetreue deutsche Übersetzung einer lateinischen Aufzählung aller im Jahre 1736 im Kirchspeil Bremen wohnenden Personen ist. [1] Die Digitalisierung der Kirchbücher vereinfacht es, nun auch das Original einzusehen und mit Originalquellen zu arbeiten. Diese Liste ist heute in digitaler Form als Notiz in den archivierten Kirchenbüchern der katholischen Pfarrei St. Lambertus in Bremen erhalten.


Notiz: 1736 KB002-07-N [2]


Die Originalliste wurde verfasst von Hermann Heinrich NORTBERG, Pfarrer der katholischen Pfarrei St. Lambertus in Bremen. Er besuchte von Ostern bis zum Sommer des Jahres 1736 sämtliche Familien seiner Gemeinde und erstellte dabei eine detaillierte Liste aller ansässigen Personen. Die Aufstellung ist nach Dörfern und Hofstätten gegliedert und unterscheidet zwischen Einwohnern und Anwohnern. Insgesamt wurden 1.603 Personen erfasst.


Die Dörfer der Pfarrei entsprachen weitgehend den späteren Ortsteilen der Gemeinde Ense, mit wenigen Ausnahmen: So war Blumental der Pfarrei St. Walburgis in Werl zugeordnet und Sieveringen der Pfarrei St. Cäcilia in Westönnen. Da nahezu alle Bewohner katholischen Glaubens waren, kommt diese Aufstellung einer Volkszählung gleich.


Im Vergleich zur Urschrift wurden im veröffentlichten Heft einige Veränderungen vorgenommen: Vornamen, die ursprünglich mit dem Buchstaben C geschrieben wurden, wie Catharina oder Casper, sind als Katharina und Kasper übertragen worden. Wichtige Informationen, etwa der Hinweis auf eine nichteheliche Geburt, fehlen in der Veröffentlichung, was die Zuordnung dieser Personen erschwert.


Am Beispiel der Familie SÖBBELER in Niederense ist das hier dokumentiert.

 

Original 1736

Bausteine von 1934

Ausschnitt aus dem Original für die Familie Söbbeler in Niederense.  Test ist mit Feder auf beigem Papier geschrieben.
 Der text ist in klassischer deutscher Buch-Fraktur geschrieben.

           

Neben der Schreibweise von Catharina sind zwei Unterschiede anzumerken:


  • Im Original wird das Paar Johann Dietrich und Anna als Eheleute (conj[uges]) vorgestellt. In den Bausteinen wird das besitzanzeigende Pronomen „seine“ verwendet. Ob es eine ideologische Anpassung oder eine freie Übersetzung ist, soll hier offenbleiben. Eine solche Veränderung ist bei zahlreichen Einträgen erfolgt.


  • Im Original wird Catharina als filia illeg[itima], nichteheliche Tochter von Catharina vorgestellt. In den Bausteinen ist sie lediglich die Tochter von Anna. Der im Original immer aufgeführte Zusatz einer nichtehelichen Geburt ist in den Bausteinen niemals übernommen.

 

Die in den Bausteinen aufgeführte Version ist auch in anderen Veröffentlichungen zur Heimatgeschichte zu finden. [3]  Die Übernahme der hier beschriebenen Abweichungen vom Original können zu Fehlinterpretationen führen.


Trotz allem bieten die Bausteine eine herausragende Darstellung der Familien, die in diesem definierten Wohnraum lebten. Eine vergleichbare Liste ist in den Kirchenbüchern der Nachbargemeinde St. Cäcilia Westönnen archiviert. Sie enthält alle gefirmten Bewohner des Kirchspiels aus dem Jahr 1707. [4]


Weitere ähnliche Zusammenstellungen aus der Region existieren für Büderich [5] (1861) und Westönnen [6] (1864), also mehr als 125 Jahre nach dem Bremer Buch. Noch umfassender ist das Werler Bürgerbuch. [7]

 


QUELLEN:

[1]

Dinkloh: Bausteine zu einer Geschichte des Kirchspiels Bremen bei Werl - Zweites Heft. Hüsten-Ruhr : Th. Ruhrmann, 1934.

[2]

Matricula Online, Deutschland, Paderborn,  Bremen, St. Lambertus, Notizen, KB002-07-N.

[3]

Haase, Helmut: Die Geschichte des Kirchspiels Bremen, 950 Jahre Ense, Hasse Druck, 2000.

[4]

Matricula Online, Deutschland, Paderborn,  Westönnen, St. Cäcillia, Firmung, KB001-06-F.

[5]

Becker, Maximilian: Die Bevölkerung des Kirchspiels Büderich im Jahre 1861. Werl : Werler Stadtarchiv, 2017.

[6]

Preising, Rudolf: Westönnen, Geschichte eines Kirchspiels und seiner Höfe im Kurkölnischen Amte Werl. Münster, Aschendorff Verlag, 1977.

[7]

Deisting, Heinrich Josef: Werler Bürgerbuch 1551-1877. Münster, Aschendorff Verlag, 1979.

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Rev 0 vom 04. Januar 2026


Signalpunkt mit der Inschrift Quellen Q1 auf gelbem Grund
Runder Stempel mit der Inschrift Kaiser Cordes Familienforschung un der Jahreszahl 1736

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